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Mehr Engagement

Vielleicht hat dir SAVE THE BATS Lust auf mehr Engagement gemacht. Dann gibt es Möglichkeiten, sich mehr und intensiver zu engagieren. So sucht zum Beispiel die KFFÖ (Koordinationsstelle für Fledermausschutz- und forschung in Österreich) Quartierbetreuer. Das ist durchaus auch eine ehrenamtliche Aufgabe für Jugendliche.

Das funktioniert so, dass man sich entweder selber ein Fledermausquartier in der Umgebung sucht, indem man herumfragt, oder die KFFÖ kann ein Quartier, das in der Nähe liegt, vorschlagen. Bei dem Quartier ist es dann ganz wichtig, herauszufinden, wo die Ein- und Ausflugsöffnungen sind, damit man einerseits die Fledermäuse vielleicht beim Ausflug zählen kann und andererseits immer wieder kontrollieren kann, ob die Fledermäuse in das Quartier hinein und wieder hinaus können.

Wichtig ist dabei natürlich auch der Kontakt mit den Quartierbesitzern, also zum Beispiel den Hausbesitzern. Je mehr Quartiere bekannt sind und für die Fledis erhalten bleiben desto besser!

Interesse?
Dann melde dich direkt bei der Biologin Isabel Schmotzer vom KFFÖ:
E-Mail: isabel.schmotzer@fledermausschutz.at
Web: www.fledermausschutz.at

 

 


EIN INTERVIEW MIT ISABEL SCHMOTZER

Professioneller Fledermausschutz in Oberösterreich

Fledermäuse zählen zu den bedrohten Arten – doch wer kümmert sich darum, dass unsere Flatterfreunde geschützt werden?

Es ist der gemeinnützige Verein mit dem komplizierten Namen “KFFÖ” – Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich. Die Aufgaben
und Ziele sind aber einfach erklärt. Wir haben mit der Länder koordinatorin für Oberösterreich, Maga Isabel Schmotzer, gesprochen:

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Welches Ziel verfolgt ihr bei der KFFÖ mit eurer Arbeit?

”Wir setzen uns ganz allgemein für den Schutz der Fledermäuse in Österreich ein. Das heißt, wir schützen Tiere und Quartiere direkt, versuchen aber auch, die Menschen über den Nutzen und die Wichtigkeit dieser Tierart aufzuklären.

Welche Aufgaben liegen in deinem Bereich als Fledermausforscherin in Oberösterreich?

”Ich bin für alle Anfragen über Fledermäuse in Oberösterreich zuständig. Sprich, ich kläre Menschen am Telefon über Fledermäuse auf, kümmere mich um ihre Anfragen und Sorgen. Im Sommer kontrolliere ich innerhalb von 4-5 Wochen alle Dachbodenquartiere in Oberösterreich, die wir bisher kennen. Dabei zähle ich die Muttertiere und schaue, ob im Quartier alles passt bzw. die Ein- und Ausflugsöffnungen noch vorhanden und nutzbar sind. Im Winter kontrolliere wir – das machen wir immer zu zweit – bekannte Winterquartiere in Oberösterreich, wobei ich nur in Kellern und leicht zugänglichen Höhlen oder Stollen Kontrollen mache. Ich bin nicht sooo der Höhlenfreak. Die schwierigeren Höhlen machen meine Kollegen. Bei den Winterquartierkontrollen ist es ganz wichtig, dass man die Tiere nicht stört – also nur ganz kurz anleuchtet und schnell wieder weggeht, damit sie nicht aufwachen. Ich kümmere mich um sog. „Problemquartiere“. Das sind Quartiere wo die Menschen nicht so begeistert sind, dass Fledermäuse bei ihnen wohnen. Ich versuche dabei einen Weg zu finden, das Quartier für die Fledermäuse zu erhalten. Ich kümmere mich um Renovierungen, bei denen Fledermausquartiere betroffen sind bzw. zerstört werden könnten.

Was fasziniert dich an den Fledertieren ganz besonders?

”Hm, schwierig, ich glaube, ich finde so gut wie alle Tiere faszinierend und je mehr man über eine Tierart lernt desto faszinierender wird sie. Bei Fledermäusen weiß man einfach noch nicht alles, das heißt, man kann auch immer wieder neue Sachen herausfinden und erforschen.

Mit welchen Vorurteilen gegenüber Fledermäusen wirst du am häufigsten konfrontiert?

”Manche Leute glauben noch immer, dass Fledermäuse absichtlich in unsere Haare fliegen. Stimmt nicht. Menschen, die Quartiere im oder am eigenen Haus haben, haben Angst, dass der Kot giftig ist. Das stimmt auch nicht. Fledermauskot ist ein teurer Dünger für den Garten und wird sogar verkauft (allerdings nicht von uns). Menschen, die Quartiere im oder am eigenen Haus haben, haben Angst, dass die Fledermäuse ihr Haus zerstörten. Auch das stimmt nicht, da Fledermäuse nicht wie Vögel ihre Quartiere mit Nistmaterial bestücken bzw. das Quartier aktiv erweitern. Fledermäuse hängen sich einfach nur in das Quartier und verweilen dort tagsüber.

Muss man vor Fledermäusen Angst haben?

”Nein, aber wenn man eine Fledermaus findet, der es offensichtlich nicht so gut geht, muss man sie jedenfalls mit Handschuhen oder einem Tuch anfassen, denn Fledermäuse bekommen natürlich Angst, wenn wir ihnen zu nahe kommen. Für sie sind wir ja „Riesen“, die sie einfach angreifen. Sie wissen ja nicht, dass wir ihnen helfen wollen und können versuchen, sich zu wehren und zu beißen. Da Fledermäuse Wildtiere sind, können sie natürlich im blödesten Fall durch Bisse und Kratzer Krankheiten übertragen.

Kann man als Jugendliche/Jugendlicher im Verein mithelfen?

”Ja, natürlich. Man kann Quartierbetreuer werden. Das funktioniert so, dass man sich entweder selber ein Fledermausquartier in der Umgebung sucht, indem man herumfragt, oder wir können ein Quartier, das in der Nähe liegt, vorschlagen. Bei dem Quartier ist es dann ganz wichtig herauszufinden, wo die Ein- und Ausflugsöffnungen sind, damit man einerseits die Fledermäuse vielleicht beim Ausflug zählen kann und andererseits immer wieder kontrollieren kann, ob die Fledermäuse in das Quartier hinein und wieder hinaus können. Wichtig ist dabei natürlich auch der Kontakt mit den Quartierbesitzern, also zum Beispiel den Hausbesitzern. Je mehr Quartiere wir kennen und für die Fledis erhalten können umso besser!