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FLEDERMÄUSE IN

gefahr

„Also bei uns seh´ ich im Sommer immer Fledermäuse…“  Solche Beobachtungen lassen glauben, es gäbe genug Fledermäuse – alles nur Panikmache? Wohl kaum! Aber warum sind die Fledermäuse bedroht – wo doch jeder von uns den Tieren schon einmal begegnet ist?

Es ist nun nicht so, dass jede der 21 in Oberösterreich vorkommenden Arten vom Aussterben bedroht wäre. Tatsächlich gibt es bei einigen sogar wieder ­Zuwächse. Aber leider gibt es auch ­Arten, die Jahr für Jahr weniger werden.
Alles in allem gibt es – leider – noch keinen Grund zur Entwarnung.

giftDie Mitte des 20. Jahrhunderts war für die Fledermäuse Europas fatal. Der massenhafte Einsatz von Insektiziden führte zum Verlust der Beutetiere. ­Außerdem nahmen die Fledermäuse das Gift mit den gefangenen Insekten auf, reicherten es im Körper an, was langsam zum Tod oder zu weniger Nachkommen führte. Der Tiefpunkt war in den 70er Jahren erreicht. Erst mit dem Verbot der besonders lange in der Umwelt verbleibenden Gifte konnten die Bestände einiger Arten wieder anwachsen. Bis heute haben sich die heimischen Fledermäuse noch nicht vollständig erholt.

Die Fledermäuse sind aber weiterhin bedroht. Ihre vielfältigen Lebensraum­ansprüche machen sie besonders anfällig. Wichtig ist zu verstehen, dass diese Ansprüche „einprogrammiert“ sind. Eine baumbewohnende Fledermausart kann nicht einfach in einen Mauerspalt umziehen, wenn der hohle Baum, in dem sie den Sommer verbringt, gefällt wird.

Die Veränderungen in der Landwirtschaft mit ihrem Bedarf an großen, leicht und einfach zu bearbeitenden Flächen hat zum Verschwinden von Hecken, Weihern, Bächen oder naturnahen Waldrändern geführt.
Wo es diese Lebensräume nicht mehr gibt, gibt es auch keine dafür typischen Insekten mehr und damit auch keine Insektenjäger.

Noch immer werden Insektizide in der Landschaft eingesetzt, wenn auch nicht mehr so sorglos wie früher. Besonders gefährlich ist dabei die Verwendung von Giften in privaten Gärten, weil diese weniger stark kontrolliert werden.

Die Veränderung der Forstwirtschaft hat zur Umgestaltung der Wälder geführt. Alte und abgestorbene Bäume werden gefällt, um „Schädlingen“ keine Chance zu geben. Genau diese Bäume brauchen aber bestimmte ­Fledermäuse als Sommerquartier.

Holzschutzmittel – z.B. für Schindeln – enthalten meist Gifte, die die Fledermäuse über die Haut aufnehmen. Diese Gifte reichern sich im Körper der Tiere an und werden auch an die Jungtiere weiter gegeben.

(c) KFFÖFledermäuse reagieren sehr empfind­lich auf Störungen in ihren Quar­tieren. Leider werden ­immer noch Fledermausquartiere bei ­Renovierungs- und Umbaumaßnahmen zerstört. Da kann das Fällen des ­alten Baumes oder das Verstopfen von Spalten genau so zum Untergang einer Population führen wie das ­simple Vergittern eines Dach­bodenfensters.

Zu schlechter Letzt kommt es noch immer zu einer direkten Verfolgung von Fledermäusen durch den Menschen.

Gründe dafür sind oft alte abergläubische Vorstellungen. Meistens jedoch werden die Tiere vergrämt, weil die Besitzer des Quartiers sich durch die Anwesenheit der Fledermäuse irgendwie belästigt fühlen.