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Wie schützt man Fledermäuse

Fledermäuse sind in ganz Europa streng geschützt. In der Europäischen Union ist der Schutz von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen in der sogenannten „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ geregelt, die dann in den einzelnen  Mitgliedsländern in Gesetze umgesetzt wird.

In Oberösterreich sind die Ziele dieser Richtlinie im Naturschutzgesetz niedergeschrieben. Für Fledermäuse bedeutet es, dass sie selbst und ihre Quartiere unter strengem Schutz stehen. Fledermäuse dürfen nicht getötet, vertrieben oder gestört werden und auch ihre Quartiere dürfen nicht zerstört werden.

schutz1Fledermäuse brauchen Verschiedenes, um ein langes Leben führen zu können. Sie benötigen sichere Sommerquartiere, gute Jagdgebiete mit vielen Insekten, Quartiere für die Zeit, wenn sie zwischen Sommer- und Winterquartieren hin- und herwechseln und natürlich ruhige Winterquartiere.

Will man Fledermäusen also helfen, kann man versuchen, ihnen ihre Wohnungsnot zu nehmen und für ein gutes Futterangebot zu sorgen! Bei uns in Österreich gibt es drei Wohnungstypen für Fledermäuse: Spalten, Dachböden und Baumhöhlen.

Viele spaltenbewohnende Fledermausarten müssen inzwischen schon in Gebäuden wohnen, weil sie nicht mehr  genügend natürliche Quartiere wie abstehende Rinde oder andere Spalten an Bäumen finden können. Besonders hinter Holzfassaden oder Fensterläden von Privathäusern befinden sich beliebte Fledermaus-Quartiere.

 

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Ersatzquartiere / Fledermauskästen

können Wochenstubenquartiere für unsere flatternden Freunde sein. Wenn es ihnen gefällt, ziehen hier Fledermausmamas ihre Jungtiere auf. Der Fledermauskasten ist das geräumigere Ersatzquartier für  Baumhöhlenbewohner wie z. B. Bechstein-, Fransen- oder  Wasserfledermäuse.

Wie man so ein Ersatzquartier baut – weitere Formen und genauere Infos findest du bei den Bauanleitungen.

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schutz2Dachbodenbewohnende Fledermausarten gibt es bei uns in Mitteleuropa schon seit wir Menschen Häuser bauen. Früher gab es diese Arten nur im Süden, wo es im Sommer so warm ist, dass die Jungtiere in Höhlen großgezogen werden können. Da dies bei uns nicht möglich ist, weichen diese Fledermäuse auf große, warme Dachböden aus. Die Ein- und Ausflugsöffnungen müssen an genau denselben Stellen belassen werden, wo sie schon immer waren – verschiebt man die Öffnungen bei Renovierungen zum Beispiel um nur 1 Meter, finden die Fledermäuse nicht mehr hinein und hinaus. Sie sind von ihren Höhlen einfach gewöhnt, dass sich hier über Jahrhunderte nichts verändert.

 

Fledermäuse, die Baumhöhlen bewohnen, haben es bei uns besonders schwer.
Heutzutage darf kaum mehr ein Baum wirklich alt und kaputt werden. Dabei braucht eine Fledermaus-Wochenstube bis zu 50 Quartiere, die nahe beieinander liegen. Sie wechseln ihre Quartiere nämlich alle paar Tage, je nach Wetterlage.

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schutz3Höhlen und Stollen sollten während des Fledermaus-Winterschlafs möglichst nicht betreten und Fledermäuse nicht angeleuchtet oder berührt werden.
Weckt man eine Fledermaus nur einmal zuviel aus dem Winterschlaf, kann das für sie den Tod bedeuten. Im Winter können Fledermäuse ja keine Insekten fressen, sondern müssen von ihren Fettreserven leben. Beim Aufwachen aus dem Winterschlaf wird aber extrem viel Fett verbraucht, das den Fledermäusen dann während der restlichen Zeit fehlt.

 

Eine fledermausfreundliche Landschaft mit vielen Strukturen hilft nicht nur den Fledermäusen, sondern auch vielen anderen Tieren. Am einfachsten ist dabei natürlich die eigene Gartengestaltung, aber auch in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft müsste sich für das Überleben der Fledermäuse einiges ändern.

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